European Accessibility Act: Digitale Plattformen hinken weiter hinterher
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Fast ein Jahr nachdem der European Accessibility Act (EAA) EU-weit anzuwenden ist, deutet eine neue Studie darauf hin, dass die meisten Websites und digitalen Dienste für blinde oder sehbehinderte Menschen nach wie vor nicht nutzbar sind. Das Gesetz machte digitale Barrierefreiheit ab dem 28. Juni 2025 für ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen zur Rechtspflicht, doch die Umsetzung scheint weit hinter der Vorgabe zurückzuliegen. Für Marken, die Hunderte Standortseiten, Filialsuchen und Buchungsstrecken betreiben, ist Barrierefreiheit nun zugleich eine Compliance-Pflicht und eine Frage danach, wer Sie überhaupt erreichen kann.
Was passiert ist
Der European Accessibility Act (Directive (EU) 2019/882), auch Europäisches Barrierefreiheitsgesetz genannt, verpflichtet ein breites Spektrum an Verbraucherprodukten und -dienstleistungen, darunter E-Commerce, Bankgeschäfte, den Ticketverkauf im Verkehr sowie die Websites und Apps, die diese bereitstellen, gemeinsame Standards für Barrierefreiheit zu erfüllen. Die Mitgliedstaaten mussten die Regeln laut der Europäischen Kommission ab dem 28. Juni 2025 anwenden.
Fast ein Jahr später deutet eine Studie von Vision Ireland, der nationalen irischen Organisation für Menschen mit Sehverlust, darauf hin, dass das Gesetz den Alltag von Nutzern mit Behinderungen noch nicht verändert hat. Wie Irish Tech News berichtete, gaben nur 3 % der befragten blinden und sehbehinderten Menschen an, seit Inkrafttreten der Regeln eine Verbesserung bei der Barrierefreiheit von Websites und digitalen Diensten bemerkt zu haben, während ein deutlich größerer Anteil gar keine Veränderung feststellte. Dieselbe Studie verzeichnete im ersten Jahr nur 56 formelle Beschwerden bei Irlands sechs zuständigen Aufsichtsbehörden, davon 52 bei der Competition and Consumer Protection Commission, was eher auf begrenzte Durchsetzung und Bekanntheit als auf flächendeckende Einhaltung hindeutet.
Warum das wichtig ist
“Der European Accessibility Act sollte Barrieren beseitigen, doch für viele Menschen sind diese Barrieren noch immer da, jedes Mal, wenn sie online gehen.”
Chris White, CEO von Vision Ireland
Im Abstand zwischen dem gesetzlichen Standard und der realen Erfahrung liegt das Risiko. Die Durchsetzung erfolgt national und steht noch am Anfang, doch die Richtung ist eindeutig: Barrierefreiheit wandelt sich von freiwilliger guter Praxis zu einer prüfbaren Pflicht. Für verbraucherorientierte Marken ist eine nicht barrierefreie Filialsuche oder ein nicht barrierefreier Buchungsschritt nicht länger nur entgangener Umsatz, sondern ein mögliches rechtliches Risiko in jedem Markt, in dem die Regeln gelten.
Was das für Marken mit mehreren Standorten bedeutet
Im Enterprise-Maßstab ist Barrierefreiheit ein Daten- und Template-Problem, keine Korrektur Seite für Seite. Ein landesweiter Einzelhändler, eine Bank oder ein Verkehrsbetrieb betreibt womöglich Tausende Standortseiten, die aus denselben Templates und denselben zugrunde liegenden Standortdaten erzeugt werden, sodass sich ein Barrierefreiheitsmangel in einem Template überall wiederholt, und ebenso eine Korrektur. Die Aufgabe besteht darin, genau jene Komponenten zu prüfen, die Kunden tatsächlich nutzen, um einen Standort zu finden und zu erreichen: die Filialsuche, einzelne Standortseiten, Öffnungszeiten sowie Kontakt- und Buchungsaktionen, und dann auf der Template- und Datenebene zu beheben, damit jeder Standort ein barrierefreies Erlebnis erbt.
Korrekte, strukturierte Standortdaten bilden die Grundlage dafür. Konsistente, maschinenlesbare Informationen zu jedem Standort lassen sich von assistiven Technologien leichter auswerten und marktübergreifend leichter korrekt halten, und genau das verlangt das Gesetz.
Das Fazit
Der European Accessibility Act ist in Kraft, doch die Umsetzung in der Praxis hinkt hinterher. Marken, die ihre Standortdaten und Templates zentral verwalten, können diese Lücke einmal schließen und überall wirksam werden lassen, was zugleich der günstigere und der sicherere Weg ist.
Quelle: Irish Tech News
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