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Deutsches Gericht erklärt Google für falsche AI Overviews haftbar

Marcus Olsson 2 min read
  • Google
  • AI Search
  • Regulation

Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass Google unmittelbar für falsche Aussagen haftet, die seine AI Overviews über Unternehmen treffen, mit der Begründung, dass die KI-Zusammenfassung Googles eigener Inhalt ist und keine Liste von Suchergebnissen. Für jede Marke, die mitansehen musste, wie eine KI-Engine sie unzutreffend beschreibt, ist dies die erste Entscheidung, die der Plattform die Verantwortung zuweist.

Was passiert ist

Das Landgericht München I untersagte Google in einer einstweiligen Verfügung (Az. 26 O 869/26) vom 28. Mai 2026, über seine AI Overviews falsche Behauptungen über zwei in München ansässige Verlage zu verbreiten. Wie die deutschen Fachmedien heise und LTO berichteten, hatte Googles AI Overview die Verlage fälschlich mit Betrug, Abofallen und unseriösen Geschäftspraktiken in Verbindung gebracht, dabei Informationen über völlig andere Unternehmen vermischt und Zusammenhänge konstruiert, die in keiner der zitierten Quellen auftauchten. Das Gericht stufte Google als unmittelbaren Störer ein und stellte fest, dass ein AI Overview die Ergebnisse mit eigenen Worten umschreibt und bewertet und Aussagen trifft, die so in den Suchergebnissen gar nicht vorkommen. Die klassische Haftungsprivilegierung von Suchmaschinen griff nicht, weil die Übersicht eigenständige, neue Aussagen erzeugt, statt auf Dritte zu verweisen. Die Entscheidung ist eine einstweilige Verfügung und noch nicht rechtskräftig, sodass Google sie weiterhin anfechten kann.

Warum das wichtig ist

Vielfach wird dies als die erste Entscheidung gewertet, die einen KI-Anbieter für das haftbar macht, was seine KI sagt, und nicht für das, worauf sie verlinkt. Die Begründung trägt weiter: Jede KI-Suchzusammenfassung, die paraphrasiert und behauptet, statt zu zitieren und zu verlinken, könnte derselben Haftung unterliegen. Für Marken verschiebt sich die Frage von “Können wir das korrigieren lassen?” hin zu “Die Plattform steht jetzt in der Verantwortung, wenn sie sich irrt.”

Was das für Marken mit mehreren Standorten bedeutet

Im Enterprise-Maßstab summiert sich das Risiko. KI-Antworten beschreiben Ihre Marke und einzelne Standorte gegenüber Kunden in jedem Markt, in dem Sie tätig sind, und eine einzige selbstsichere, falsche Aussage kann ein großes Publikum erreichen, bevor sie jemandem auffällt. In regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen ist eine unzutreffende KI-Behauptung über eine Klinik oder eine Leistung nicht nur ein Reputationsproblem, sondern womöglich auch ein Compliance-Problem.

Die praktische Antwort ist operativer, nicht juristischer Natur: beobachten Sie, wie KI-Engines Ihre Marke beschreiben und Standorte im großen Maßstab, halten Sie die maßgeblichen Daten, auf die sie zugreifen, überall korrekt und konsistent, und etablieren Sie einen definierten Prozess, um Falschdarstellungen zu erkennen und anzufechten. Diese Entscheidung verleiht einem solchen Prozess mehr Gewicht, als er noch vor einem Monat hatte.

Das Fazit

KI-Systeme sprechen jetzt mit eigenen Worten über Ihre Marke, und zumindest ein Gericht sagt, dass diese Worte der Plattform gehören. Korrekte, konsistente Standort- und Markendaten sind die beste Verteidigung, und sie sind soeben zu einem rechtlichen Argument geworden, nicht nur zu einem für das Marketing.

Quelle: heise online

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