Großbritannien verpflichtet Google zu fairem und transparentem Ranking
- Regulation
- Local SEO
Die britische Wettbewerbsbehörde hat Google angewiesen, organische Suchergebnisse nach objektiven, nicht diskriminierenden Kriterien zu ranken, Unternehmen zu erklären, wie das Ranking funktioniert, und vor wesentlichen Änderungen rechtzeitig zu informieren. Die Competition and Markets Authority (CMA, britische Wettbewerbs- und Marktaufsicht) erließ diese Vorgabe am 17. Juni 2026 im Rahmen des neuen Regulierungsrahmens für digitale Märkte. Für Marken, deren Standorte davon abhängen, wo sie in der Suche erscheinen, überwacht nun eine Behörde die Regeln der Sichtbarkeit.
Was passiert ist
Am 17. Juni 2026 führte die CMA zwei neue Verhaltensauflagen für Googles allgemeine Suchdienste ein. Sie stützt sich dabei auf Befugnisse aus dem britischen Digital Markets, Competition and Consumers Act, nachdem sie Google Anfang dieses Jahres im Bereich Suche den Strategic Market Status zugewiesen hatte. Die erste Auflage zum fairen Ranking verpflichtet Google, organische Ergebnisse, einschließlich in den AI Overviews, jedoch ohne bezahlte Platzierungen, nach objektiven und nicht diskriminierenden Kriterien zu ranken, Unternehmen mehr Transparenz darüber zu geben, wie das Ranking funktioniert, wesentliche Änderungen vorab anzukündigen und ein klares Verfahren einzurichten, über das Unternehmen Ranking-Probleme melden und klären lassen können. Google hat sechs Monate Zeit, dem nachzukommen. Die zweite Auflage zur Datenportabilität erlaubt es Nutzern, ihre Suchdaten an autorisierte Dritte zu übertragen, und ist mit einer Frist von drei Monaten versehen. Die CMA erklärte, sie werde die Einhaltung durch regelmäßige Berichte und einen laufenden Austausch mit Unternehmen überwachen.
Warum das wichtig ist
Zum ersten Mal verlangt eine große Behörde von einer Suchmaschine, ihr Ranking zu erklären und zu begründen, statt Unternehmen rätseln zu lassen.
“Die Suche ist für Unternehmen in Großbritannien ein entscheidendes Tor, um Kunden zu erreichen, und klarere, vorhersehbare und transparentere Ranking-Systeme könnten ihnen mehr Spielraum geben, zu wachsen und zu investieren.”
Will Hayter, Executive Director for Digital Markets, Competition and Markets Authority
Für Marken mit mehreren Standorten ist das Ranking nichts Abstraktes. Es entscheidet darüber, ob jede Filiale, Niederlassung oder Klinik überhaupt auftaucht und wie prominent Ihre lokalen Einträge ranken, wenn Kunden in der Nähe suchen. Vorhersehbare Ranking-Kriterien und eine rechtzeitige Ankündigung von Änderungen bedeuten, dass zentrale Teams planen können, statt auf unerklärliche Einbrüche zu reagieren.
Die Regeln gelten nur für Großbritannien, sind aber über die Insel hinaus von Bedeutung. Sie laufen parallel zum Digital Markets Act der EU, und Maßnahmen, die Google für einen Markt entwickelt, prägen oft, wie das Unternehmen in anderen Märkten agiert. Europäische Marken sollten dies als Signal dafür verstehen, wohin sich die Verantwortlichkeit der Plattformen bewegt.
Was das für Marken mit mehreren Standorten bedeutet
Im Enterprise-Maßstab steuert das Such-Ranking die Sichtbarkeit über Hunderte oder Tausende Standorte gleichzeitig, sodass eine einzige Ranking-Änderung den Traffic eines gesamten Standortnetzes verschieben kann. Die praktische Erkenntnis lautet nicht, dem Algorithmus hinterherzulaufen, sondern das zu steuern, was Sie steuern können: Halten Sie Ihre Standortdaten überall korrekt und konsistent, denn ein objektives Ranking belohnt überprüfbare, vertrauenswürdige Signale gegenüber Vermutungen. Dort, wo die Regeln gelten, nutzen Sie die neue Transparenz und das formelle Beschwerdeverfahren und behandeln Sie die Vorabankündigung von Änderungen als Planungsgrundlage für das gesamte Netzwerk.
Verankern Sie die Sichtbarkeit in der lokalen Suche in sauberen, konsistenten Daten über jeden Standort hinweg und behandeln Sie Enterprise-Suche als operative Disziplin und nicht als Reaktion auf Ranking-Schwankungen.
Das Fazit
Behörden beginnen, das Such-Ranking als Infrastruktur zu behandeln, die fair und nachvollziehbar sein muss. Profitieren werden die Marken, deren Standortdaten bereits korrekt und konsistent genug sind, um sich ihr Ranking durch echte Substanz zu verdienen.
Recommended Articles
European Accessibility Act: Digitale Plattformen hinken weiter hinterher
Fast ein Jahr nach Inkrafttreten des European Accessibility Act zeigt eine neue Studie: Die meisten digitalen Dienste scheitern online noch immer an blinden und sehbehinderten Nutzern.
Marcus OlssonApple verzögert Siri-KI in der EU und verweist auf den DMA
Apple bringt Siri-KI mit iOS 27 und iPadOS 27 nicht in die EU und macht den DMA verantwortlich. Für Marken mit mehreren Standorten unterscheiden sich EU-Funktionen jetzt je nach Regulierung.
Daniel MelkerssonDeutsches Gericht erklärt Google für falsche AI Overviews haftbar
Ein Münchner Gericht entschied, dass Google unmittelbar für falsche Aussagen seiner AI Overviews über Unternehmen haftet, weil die Zusammenfassung Googles eigener Inhalt ist.
Marcus OlssonAbonnieren Sie unseren Newsletter
Erhalten Sie lokale SEO-Tipps, Produktupdates und Marketing-Einblicke für Marken mit mehreren Standorten direkt in Ihren Posteingang.
Bereit, Ihre lokale Sichtbarkeit zu steigern?
Erfahren Sie, wie PinMeTo Marken mit mehreren Standorten hilft, Einträge, Rezensionen und lokale SEO im großen Maßstab zu verwalten.
Demo buchen