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EU verpflichtet Google: Android-KI öffnen, Suchdaten teilen

Marcus Olsson 3 min read
  • Google
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  • Regulation

Die Europäische Kommission hat am 16. Juli 2026 verbindliche Spezifikationsentscheidungen erlassen, die Google dazu verpflichten, zentrale Android-KI-Funktionen für konkurrierende Assistenten zu öffnen und anonymisierte Google-Suchdaten mit rivalisierenden Suchmaschinen und KI-Chatbots zu teilen. Es handelt sich um durchsetzbare Anordnungen nach dem Digital Markets Act (DMA, Gesetz über digitale Märkte), nicht um Geldstrafen. Die Umsetzung erstreckt sich über 2027 und 2028: Alphabet muss sein Preisangebot für die Suchdaten bis Januar 2027 finalisieren, die Android-Interoperabilitätsmaßnahmen müssen bis zum 1. August 2027 in Android 18 ausgeliefert werden, und die Sprachaktivierung für mehrere Assistenten folgt bis zum 1. August 2028 in Android 19.

Was passiert ist

Die Entscheidungen schließen zwei Spezifikationsverfahren ab, die die Kommission am 27. Januar 2026 gegen Googles Muttergesellschaft Alphabet eingeleitet hatte. Das erste Verfahren nach Artikel 6 Absatz 7 verpflichtet Google, Drittentwicklern kostenlose und wirksame Interoperabilität mit Android-Funktionen zu gewähren, die derzeit den eigenen KI-Diensten wie Gemini vorbehalten sind. In der Praxis bedeutet das: Nutzer können einen konkurrierenden KI-Assistenten per Sprachbefehl aktivieren, auch wenn dieser nicht der Standardassistent ist, und dieser Assistent kann dann innerhalb von Apps handeln, etwa um Filialinformationen abzurufen oder eine Buchung abzuschließen. Die Kommission stellte klar, dass die Interoperabilität nicht davon abhängig gemacht werden darf, ob der KI-Anbieter die Standardrolle innehat, und bezeichnet Android, das von rund 60 Prozent der europäischen mobilen Nutzer verwendet wird, als zentralen Kanal für KI-Dienste, um Nutzer zu erreichen.

Das zweite Verfahren nach Artikel 6 Absatz 11 verpflichtet Google, rivalisierenden Suchmaschinen und KI-Chatbots mit Suchfunktion zu fairen, angemessenen und nicht diskriminierenden Bedingungen Zugang zu anonymisierten Ranking-, Anfrage-, Klick- und Ansichtsdaten zu gewähren. Die Kommission legte Anonymisierungsvorgaben fest: Nutzer werden in Gruppen von mindestens 1.000 zusammengefasst, Identifikatoren entfernt, seltene oder sensible Datensätze unterdrückt, und der Zugang ist auf geprüfte Unternehmen mit einem Plan zur Verbesserung der Suche beschränkt, der einer unabhängigen Prüfung unterliegt.

Google widersprach den Maßnahmen. Kent Walker, Präsident für globale Angelegenheiten bei Google, argumentierte, sie könnten die privaten Suchanfragen von Europäerinnen und Europäern unbekannten Unternehmen preisgeben und den Schutz von Privatsphäre und Sicherheit schwächen.

Google muss rivalisierenden Suchmaschinen zu fairen, angemessenen und nicht diskriminierenden Bedingungen Zugang zu anonymisierten Ranking-, Anfrage-, Klick- und Ansichtsdaten gewähren.

Europäische Kommission, Spezifikationsentscheidung nach dem Digital Markets Act

Warum das wichtig ist

Jahrelang bedeutete lokal gefunden zu werden vor allem, bei Google gut zu ranken. Diese Entscheidungen beginnen, das aufzubrechen. Wenn rivalisierende Assistenten auf Android per Sprache aktiviert werden können und innerhalb von Apps handeln, und wenn konkurrierende Suchmaschinen und Chatbots von Googles eigenen Suchsignalen lernen können, steigt die Zahl der Orte, an denen Kunden ein Unternehmen entdecken können. Dieselben zugrunde liegenden Standortdaten speisen künftig deutlich mehr Antwortmaschinen, von denen jede ein Unternehmen auf ihre eigene Weise präsentieren kann.

Was das für Marken mit mehreren Standorten bedeutet

Für einen landesweiten Einzelhändler, eine Autohausgruppe, ein Apothekennetzwerk oder einen Tankstellenbetreiber besteht die praktische Veränderung darin, dass Google nicht mehr der einzige Abnehmer der Daten ist, die darüber entscheiden, ob jeder Standort auffindbar ist. Rivalisierende Assistenten, die innerhalb von Apps handeln, und Chatbots, die auf gemeinsam genutzte Suchdaten zugreifen, lesen alles, was eine Marke über ihre Standorte veröffentlicht. Das erhöht die Kosten von Inkonsistenz: Eine falsche Öffnungszeit oder Adresse ist jetzt an mehr Stellen gleichzeitig falsch. Standortdaten zentral über eine API zu verwalten, statt Plattform für Plattform, sorgt dafür, dass eine Marke überall dort korrekt bleibt, wohin die Daten heute reisen. Zu überwachen, wie KI-Antworten jeden Standort tatsächlich beschreiben, über Places AI, wird damit Teil der Sichtbarkeitsarbeit statt einer zusätzlichen Aufgabe. Marken, die KI-Suchergebnisse bereits als eigenen Kanal behandeln, sind für einen Markt mit mehreren Antwortmaschinen statt nur einer besser aufgestellt.

Das Fazit

Der DMA verwandelt Googles Vorteile bei Suche und Android in gemeinsam genutzte Infrastruktur. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, sodass die Verpflichtungen wohl Bestand haben werden. Am Ende werden die Marken vorn liegen, deren Standortdaten korrekt und zentral verwaltet sind, denn sie werden überall lesbar sein, wohin Europas sich öffnender Markt sie trägt.

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